Ich habe mich verliebt. In diese unstrukturierte Masse aus Mineralien und Wasser. Und ich gebe zu: Es war nicht Liebe auf den ersten Blick. Nicht einmal auf den dritten oder vierten. Im Grunde war es eine erzwungene Liaison, weil ich das Arbeiten mit Ton unterrichten musste. Und irgendwann in diesen Jahren ist es passiert.
Und so entstehen inzwischen unter meinen Händen Figuren, die meistens ihren eigenen Kopf haben und werden dürfen, was immer sie wollen. Ton kann man nicht zwingen. Und so erwachen Figuren zum Leben, die die Sprache meines Herzens sprechen, immer mit einem ganz persönlichen Ausdruck. Keine meiner Figuren werfe ich weg, falls sie im Ofen zerbricht, sondern repariere sie und fülle die Risse mit Gold auf. "Schönheit im Zerbruch" finde ich als Thema unheimlich spannungsgeladen, weil es auch immer wieder unsere Lebenswelten trifft. Deshalb dürfen meine Figuren hier auch nicht fehlen, weil sie zu mir gehören und ganz viel über mich aussagen.
Fast alle meine Figuren sind bunt und sind der Ausdruck meiner inneren Sehnsucht und Kreativität. Sie erzählen alle ihre Geschichten und laden ein zum inneren Dialog oder zum Gespräch mit anderen.